Zivilcourage

Sicheres Verhalten in herausfordernden Situationen?

Zivilcourage

Steht die Frage nach Zivilcourage und „Wie helfe ich?“ im Raum, dann glauben die Menschen häufig, sie müssten sich wie „Superman“ oder „Cat-Woman“ in ein Kampfgetümmel stürzen und die Streitenden, womöglich noch bewaffnet, auseinanderbringen, um die Situation zu befrieden. 

Das ist ganz bestimmt nicht gefordert. 

Einer der ersten Hinweise der Polizei lautet: 

1.)    Ich helfe, ohne mich in Gefahr zu bringen. 

Ich helfe! 

Ja natürlich, das „Ob?“ ist gar keine Frage. Es folgen die Tipps des „Wie?“ 

2.)    Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.

3.)    Ich organisiere Hilfe unter 110.

4.)    Ich beobachte genau und präge mir Tätermerkmale ein.

5.)    Ich kümmere mich um das Opfer.

6.)    Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

 

Die vorstehenden Tipps sind als Download im Flyer „Verhalten in herausfordernden Situationen“ aufgelistet. Diesen Flyer gibt es auch in leichter Sprache unter dem Titel: „Das können Sie tun, wenn Sie in Gefahr sind.“ 

Des Öftern taucht in Verbindung mit dem Thema „Zivilcourage“ bzw. mit der Frage „Was mache ich, wenn..?“ die Frage nach der sog. Schutzbewaffnung auf. 

Soll ich zu einer möglichen Verteidigung Pfefferspray, Tränengas oder sogar andere Waffen wie Messer o.ä. mitführen? 

Wir sagen ganz klar: Nein! 

Jede Waffe, auch wenn sie „nur“ zum Zwecke einer möglicherweise erforderlichen Verteidigung mitgeführt wird,  ist eine Waffe zu viel. 

Jede Waffe kann zur Eskalation einer Situation beitragen. Nicht nur, dass eine vom möglichen Opfer eingesetzte Waffe den Täter aggressiv machen kann:

Der Einsatz einer Waffe muss trainiert werden, für den ungeübten Benutzer ist sie gefährlich und kann im ungünstigsten Fall gegen ihn selbst eingesetzt werden. 

Darüber hinaus vermittelt eine mitgeführte Waffe jedweder Art ein trügerisches Gefühl von Stärke. Der Waffenträger wird sich auf diese verlassen, deeskalierende Techniken oder Kommunikationsstrategien bleiben hinter diesem vermeintlichen Schutz zurück. Grundsätzlich empfiehlt es sich, alle Möglichkeiten der Kommunikation auszuschöpfen, um kritische Situationen gewaltlos zu entschärfen. 

Nicht allen Menschen ist bewusst, wie sehr bereits die eigene Haltung und der bewusste Einsatz von Körpersprache zur Deeskalation beitragen können. In unseren Präventionsempfehlungen raten wir, sich im Kontakt zu anderen bzw. in herausfordernden Situation selbstbewusst, konsequent und grenzsetzend zu verhalten, damit bereits im Vorfeld signalisiert wird: „Mit mir musst du rechnen!“ 

Als Alternative in konkreten Gewaltsituationen wird empfohlen, sich mit der „Waffe” zur Wehr zu setzen, die man immer bei sich trägt, der Stimme. Nicht nur, dass ein lauter Schrei mögliche Helfer auf die schwierige Situation aufmerksam macht, er kann auch den Angreifer über einen kurzen Zeitraum verwirren und ggf. zur Flucht veranlassen. Auch so genannte „Taschenalarme“ oder Trillerpfeifen können hier eine Alternative sein. 

Durch die erzeugte Irritation und das damit verbundene Durcheinanderbringen des Tatablaufes lassen erfahrungsgemäß viele Täter von ihrem Vorhaben ab, außerdem wird Zeit gewonnen, die Anderen die Möglichkeit gibt, die Polizei zu verständigen und / oder selbst einzugreifen.


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