Von der Elbe an den Hudson: Hamburg trifft Big Apple
Die Steubenparade, benannt nach dem preußischen General Friedrich Wilhelm von Steuben, ist eine traditionsreiche jährliche Veranstaltung in New York City, die dem deutschen Kulturerbe gewidmet ist. Seit 1957 zieht die Parade Tausende von Menschen aus der deutschstämmigen Gemeinschaft an. Die Steubenparade hat sich im Laufe der Jahre zu einer der größten und bekanntesten deutsch-amerikanischen Veranstaltungen in den USA entwickelt.
So klingt die offizielle Erklärung für das alljährlich im September stattfindende Spektakel, das mich schon so lange reizte. Dieses Jahr hatte ich mich recht kurzfristig bei der IPA (International Police Association) beworben und durfte im Anschluss bei der Parade allein die Polizei Hamburg repräsentieren.
Gemeinsam mit 36 Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Bundesländern reiste ich am 18. September an. Am 19. hatten wir ein umfassendes Besichtigungsprogramm in Sachen „Polizei“: Das Headquarter mit dem Lagezentrum wurde besichtigt, das Revier im 1. Precinct, das direkt am Gelände des ehemaligen World Trade Center liegt, das neue ONE World Trade Center, das 9/11 Denkmal und das berühmte Polizeilokal „O´Hara“, wo sich alle Sicherheitskräfte und First Responders der Welt treffen.
Am Samstag, dem 20. September trafen wir uns alle in unseren Uniformen und gingen dann gemeinsam die 5th Avenue entlang zur St. Patricks Cathedral, wo ein Gottesdienst in deutscher und englischer Sprache stattfand (mit einem Bischof, der aus Büsum stammt 😊)
Anschließend begaben wir uns alle zum Aufstellungsplatz für die Parade, wo wir auf unzählige Kolleginnen und Kollegen aus dem Rest des Landes trafen. Hier wurden fleißig Wappen und sonstige Kleinartikel getauscht.
Durch die Beamtinnen und Beamte des New Yorker PD war die 5th Avenue abgesperrt worden, an jeder Kreuzung und Einmündung standen die Kolleginnen und Kollegen und haben auf uns aufgepasst, die gesamte Straße war mit Absperrgittern abgetrennt. An diesen standen unzählige Menschen, die mit deutschen und amerikanischen Fahnen winkten und uns zujubelten. Ich schwenkte fleißig meine Hamburger Fahne und war nicht wenig erstaunt, als mir aus dem Publikum ein begeistertes „Oh –Hamburg! Nur der HSV!“ entgegenschallte.
Die Parade dauerte etwa eine Stunde und die Stimmung war großartig! Im Anschluss blieben alle Teilnehmenden noch etwas beisammen und tauschten Erfahrungen aus bzw. Erinnerungen an die Steuben-Tage der letzten Jahre. In diesem Rahmen traf ich u.a. auf einen kleinen Jungen, der mir besonders ins Auge fiel, da er in Uniform gemeinsam mit seinem Großvater bei den Kollegen des NYPD stand. Im Gespräch stellte sich heraus, dass sein Vater in Ausübung seines Dienstes beim NYPD ums Leben kam.
Die Anwesenheit des Jungen erinnerte alle Anwesenden, die sich rührend um den Kleinen kümmerten, auf bewegende Weise daran, wie viel persönliche Opfer hinter dem Dienst für die Gesellschaft stehen.
Am nächsten (Abreise-) Tag hatten wir morgens noch die Gelegenheit, eine Tour mit einem Boot der Wasserschutzpolizei zu machen. Dieses Boot war zu dem Zeitpunkt nicht im Streifendienst tätig: Es wurde vorgehalten, um bei einem „Notfall“ bei der zeitgleich stattfindenden UN-Vollversammlung den Präsidenten auf dem Seeweg zu evakuieren. Mit dem Polizeiboot durften wir näher an die Freiheitsstatue heran, als jedes Touristenboot sich je erträumen konnte!
Ich bin sehr glücklich, dass ich diese phantastische Erfahrung machen durfte und möchte mich auf diesem Wege nochmal bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die mich unterstützt haben, ebenso wie bei der IPA, die diese Reise möglich gemacht hat.
S. Teschen
Bei dieser Reise handelte es sich um eine von der IPA organisierte private Gruppenreise für viele verschiedene Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland. Die Kosten sind von den Teilnehmenden selbst zu tragen.