Neujahrsempfang der Ahmadiyya Muslim Jamaat Hamburg
Ein Grundstein für den Frieden in einer gespaltenen Welt
Die Geschichte der Ahmadiyya Muslim Jamaat Hamburg ist tief mit der Stadt verwoben. 1957 eröffnete die Gemeinde ihre erste Moschee in der Wieckstraße, ein Meilenstein, der die Grundlage für das heutige interkulturelle Engagement in Hamburg legte. Die im 19. Jahrhundert in Britisch-Indien entstandene Religionsgemeinschaft zählt nach eigenen Angaben in Deutschland mehr als 55.000 aktive Mitglieder und ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Doch vielerorts, insbesondere in Pakistan, werden die Mitglieder angefeindet und verfolgt, betont Imam Shakeel Ahmad Umar. Auch in Deutschland gebe es Vorbehalte. Doch die Mitglieder der Gemeinde setzen auf Dialog statt Abgrenzung.
Im Jahr 2025 wurde dann die Bait-ur-Rasheed Moschee eröffnet – eine neue, moderne Moschee, die nicht nur als Gebetsort dient, sondern auch als Zentrum für den interreligiösen Dialog und kulturellen Austausch. Diese Moschee symbolisiert den Fortschritt und die weiterhin wachsende Bedeutung der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Hamburg und ist ein Ort, an dem die Werte von Frieden, Toleranz und gegenseitigem Respekt täglich gelebt werden. Die Bait-ur-Rasheed-Moschee in Schnelsen, auf Deutsch „Haus des Wegweisenden“, ist das Zentrum der Ahmadiyya-Gemeinde, die sich in Hamburg aktiv für soziale Projekte engagiert. Von Obdachlosenspeisungen über Baumpflanzaktionen bis hin zu Spendenläufen und interreligiösen Dialogen: Die Gemeinde setzt vielfältige Initiativen um, um einen positiven Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander zu leisten. Ihr Leitmotiv lautet: „Liebe für alle, Hass für keinen“. Wie Imam Shakeel Ahmad Umar erläutert, ist dies ein Motto, das vom Kalifen, dem spirituellen Oberhaupt der Gemeinde, vorgegeben wurde. „Es gibt zwei elementare Aspekte: zum einen die Rechte Gottes und zum anderen die Rechte der Mitmenschen. Mit verschiedenen Programmen wie interreligiösen Dialogen, Obdachlosenspeisungen, Spendenläufen und Friedensbaum-Aktionen versuchen wir, dieses Engagement in die Gesellschaft zu tragen und unseren Slogan im Alltag zu leben“, so der Imam.
Am 3. Februar wurde auch dieses Jahr einen Neujahrsempfang in der Bait-ur-Rasheed Moschee organisiert. Dieses herausragende Event markierte nicht nur den Jahreswechsel, sondern bot auch eine Gelegenheit, aktuelle geopolitische Spannungen und Herausforderungen zu thematisieren. Die Veranstaltung brachte eine Vielzahl von Gästen zusammen, um gemeinsam über den Frieden in einer zunehmend polarisierten Welt nachzudenken. Besonders hervorzuheben war die Rede von Imam Hasib Ahmad Ghaman, einem angesehenen Theologen und Imam der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Er sprach eindrucksvoll über die Bedeutung des Dialogs und der Toleranz im Islam und betonte, dass nur durch gegenseitigen Respekt und Verständigung ein nachhaltiger Frieden erreicht werden kann.
Zusätzlich zu Imam Ghaman hielten weitere hochrangige Ehrengäste ihre Grußworte. Dr. Till Steffen (MdB), ehemaliger Senator für Justiz und Verbraucherschutz in Hamburg, hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Rechtsstaats und des gesellschaftlichen Zusammenhalts hervor. Auch Maryam Blumenthal, Wissenschaftssenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, unterstrich die Bedeutung des interkulturellen Austauschs und der Förderung des Friedens, insbesondere angesichts der globalen politischen Spannungen.
Darüber hinaus nahmen Generalkonsul Lin Dong aus China und Honorarkonsulin Sandra Sabrowsky aus Angola an der Veranstaltung teil.
Die Veranstaltung endete mit einem geselligen asiatischen Buffet, das den Raum für weitere angeregte Gespräche und den Austausch von Ideen eröffnete.
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