Polizei Hamburg

Sie lesen den Originaltext

Vielen Dank für Ihr Interesse an einer Übersetzung in leichte Sprache. Derzeit können wir Ihnen den Artikel leider nicht in leichter Sprache anbieten. Wir bemühen uns aber das Angebot zu erweitern.

Vielen Dank für Ihr Interesse an einer Übersetzung in Gebärden­sprache. Derzeit können wir Ihnen den Artikel leider nicht in Gebärdensprache anbieten. Wir bemühen uns aber das Angebot zu erweitern.

Kooperationsprojekt für gesellschaftliche Stabilität: Ein erfolgreicher Austausch zwischen der DITIB Moschee und der Polizei Hamburg

Am Freitag, den 28. November 2025, fand ein besonders spannendes Kooperationsprojekt zwischen der Polizei Hamburg und der Mescid-i Aksa Moschee in Hamm statt, einer Moschee der DITIB (www.ditib-nord.de). Die DITIB Moschee ist nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein kulturelles und gesellschaftliches Zentrum, das aktiv zur Förderung des Dialogs und des gegenseitigen Verständnisses beiträgt. Im Rahmen dieses Projekts wollten die Polizei der Moscheegemeinde wichtige Themen wie Vielfalt, politische Bildung und Community Policing näherbringen und jungen Menschen die Chance geben, sich über die Arbeit der Polizei und die Möglichkeiten einer Karriere in diesem Bereich zu informieren.

© Polizei Hamburg Dr. Miltiadis Zermpoulis (stellv. Leitung IDDF), Ebru Buldak (Einstellungsstelle AK13), Michel Hündür (Community Policing IDDF) und Mitglieder der DITIB Gemeinde in Hamm, darunter auch der Imam.

Interessant war, dass die Gruppe überwiegend aus Kopftuch tragenden Frauen, während junge Männer nur in geringerer Zahl vertreten waren. Die Frauen berichteten, dass sie bisher keine negativen Erfahrungen mit der Polizei gemacht hätten und der Polizei insgesamt sehr positiv gegenüberstünden. Im Gegensatz dazu ergriffen die jungen Männer sofort das Wort und schilderten ihre Perspektive, insbesondere ihre regelmäßigen und unfreiwilligen Kontakte mit der Polizei im Rahmen von Personenkontrollen.

Diese unterschiedlichen Erfahrungen eröffneten einen Raum für weiterführende Diskussionen über die Polizeiarbeit und die Rolle unseres Instituts. 

Im Rahmen konnten wir verdeutlichen, wie wir uns den Themen Rassismus und Racial Profiling innerhalb der Polizei Hamburg nähern und welche Erfahrungen die Kolleg*innen sowohl im dienstlichen Alltag als auch im Kontakt mit der Bevölkerung machen. 

Im Gespräch wurde auch die Vielfalt innerhalb der Polizei thematisiert. Es zeigte sich, dass die Polizeifamilie heute deutlich vielfältiger ist als noch vor einigen Jahren und sich kontinuierlich an gesellschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen anpasst. Die Diskussion verdeutlichte, wie wichtig es ist, die verschiedenen Erfahrungen und Sichtweisen innerhalb der Polizei zu berücksichtigen und aktiv an einer diskriminierungsfreien und offenen Kultur zu arbeiten.

© Polizei Hamburg Dr. Miltiadis Zermpoulis (stellv. Leitung IDDF), Ebru Buldak (Einstellungsstelle AK13), Michel Hündür (Community Policing IDDF)

Ein zentrales Thema des Gesprächs war Community Policing, ein Konzept, das es der Polizei ermöglicht, enger mit der Gesellschaft zusammenzuarbeiten, um präventiv gegen Kriminalität und soziale Probleme vorzugehen. Wir erläuterten, wie Community Policing dazu beiträgt, das Vertrauen zwischen Polizei und Bevölkerung zu stärken und wie diese Zusammenarbeit zu einer sichereren und gerechteren Gesellschaft führen kann.

Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass die Polizei – vergleichbar mit anderen staatlichen Institutionen – in der Bevölkerung grundsätzlich ein hohes Ansehen genießt und als vertrauenswürdig gilt. Dennoch zeigen Studien, dass etwa 20 % der Menschen eine andere Meinung vertreten. Insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten Stadtteilen bringen der Polizei häufig weniger Vertrauen entgegen.

Vor diesem Hintergrund wurde die Bedeutung des Austauschs zwischen Polizei und Angehörigen von Communities betont, die sowohl innerhalb der Polizei als auch in der Gesellschaft unterrepräsentiert sind. Gerade im Hinblick auf die Frage, inwieweit diese Gruppen der Polizei vertrauen und ob sie sich in schwierigen Situationen an die Polizei wenden würden, ist ein offener Dialog besonders wichtig. Nur durch kontinuierlichen Austausch und gezielte Maßnahmen kann das Vertrauen in die Polizei gestärkt und eine inklusive, gerechte Zusammenarbeit gefördert werden.

Es war für uns eine besondere Herausforderung, über Karrieremöglichkeiten bei der Polizei zu sprechen, da die Mehrheit der Anwesenden Kopftuch tragende Frauen waren. Wir informierten die Gemeinde über den aktuellen Stand und die wertschätzende Haltung der Polizei Hamburg gegenüber religiöser Vielfalt, was bei den anwesenden Frauen auf positive Resonanz stieß. Sowohl das sog. Neutralitätsgebot als auch die Trageanweisungen zur Uniform der Polizeilichen Dienstvorschrift stehen einer besonderen Kopfbedeckung als Uniformträger*innen momentan entgegen. Diese Diskrepanz bot Anlass, die Bedeutung von Gleichberechtigung zu thematisieren und kritisch zu hinterfragen, ob Unterschiedlichkeit in der Gesellschaft manchmal zu Ungleichbehandlung führt. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde deutlich, wie groß das Interesse an einer Polizeikarriere ist. Viele junge Menschen stellten Fragen zu den Voraussetzungen und Bewerbungsverfahren.

Neben diesen fachlichen Themen kam auch der Austausch über Diskriminierung und Extremismus nicht zu kurz. Wir erläuterten, mit welchen Maßnahmen sich die Polizei gegen Diskriminierung und Extremismus engagiert, etwa im Rahmen des Diversity Managements. Hierunter fällt z.B. auch die Diskussion über die Bereitstellung von Gebetsräumen oder der Ermöglichung von Gebeten während der Dienstzeit. Auch das BMDA und die Möglichkeiten der anonymen Beschwerde wurden aufgezeigt. Denn nur durch dieses Feedback sind wir in der Lage, uns in Zukunft weiterzuentwickeln und Herausforderungen zu meistern. Dieses war der gesamten Gemeinde unbekannt und stieß auf großen Anklang.

Zusammenfassend war es ein bereichernder Abend, der nicht nur den Austausch zwischen der Polizei und der Moscheegemeinde förderte, sondern auch aufzeigte, wie wichtig der Dialog zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen ist.