KI Konzerne
KI@POLIZEI – Austausch wichtiger denn je
Wie verändert Künstliche Intelligenz unsere Arbeit? Wo liegen ihre Chancen, wo ihre Risiken – und wie gelingt ein verantwortungsvoller Umgang damit? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Veranstaltung „KI@POLIZEI – Verantwortungsvolle und rechtssichere KI“, zu der die Polizei Hamburg gemeinsam mit dem Netzwerk KI@KONZERNE führende KI-Expertinnen und -Experten aus Hamburger Konzernen eingeladen hatte.
Nach einem Blick hinter die Kulissen der Polizei Hamburg und Einblicken in den Polizeialltag – etwa im Polizeimuseum und im Fahrsimulator für Sonder- und Wegerechtsfahrten – standen spannende Fachvorträge auf dem Programm. Themen wie die neue Compliance-Ära rund um Künstliche Intelligenz, die zukünftige Rechtssicherheit sicherstellen soll, der Gedanke einer verantwortungsvollen Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sowie ein Blick hinter die IT-Kulissen der Polizei Hamburg sorgten für zahlreiche Denkanstöße und angeregte Gespräche.
KI@KONZERNE – Ein exklusives Netzwerk für praxisnahen Austausch
Das Netzwerk KI@KONZERNE bringt seit zwei Jahren KI-Verantwortliche aus Hamburger Großunternehmen, Unternehmen der kritischen Infrastruktur und dem öffentlichen Sektor zusammen. Im Fokus steht der offene Dialog über operative Herausforderungen und Best Practices – keine Hochglanz-Präsentationen, sondern praxisnahe Einblicke und Austausch auf Augenhöhe.
Die Polizei Hamburg war dieses Mal Gastgeberin des monatlichen Treffens. Über 60 KI-Expertinnen und -Experten aus Hamburger Unternehmen – darunter Airbus, Lufthansa, Google, Otto, Beiersdorf, Sennheiser und die Hamburger Hochbahn – kamen zusammen, um sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen. Besonders: Im Netzwerk treffen sich vor allem die Spitzen der KI-Arbeitsebene, nicht die klassischen IT-Leitungen.
Einblicke und Herausforderungen aus der Polizeipraxis
Daniel Steinlandt, (CIO, Polizei Hamburg), gab einen Einblick in die Besonderheiten des „Konzerns Polizei“: keine Konkurrenz, sehr diverse Aufgaben und Menschen, Mitarbeitende bleiben oft ein Berufsleben lang. Die Polizei hat laut Steinlandt bereits klare Vorstellungen zur Digitalisierung und zum KI-Einsatz, sucht aber gezielt den Austausch im Netzwerk, um von bestehenden Lösungen zu profitieren und das Rad nicht neu zu erfinden.
Finn Dohrn, KI-Beauftragter der Polizei Hamburg, berichtete über die kommende KI-Verordnung und die Herausforderungen für die Polizei: So muss das KI-Team zunächst dokumentieren, wo und wie KI bereits eingesetzt wird, um Governance und Rechtssicherheit zu gewährleisten. Hinzu kommt die Entwicklung neuer Anwendungen, wie z.B. die Automatisierung wiederkehrender Verwaltungsaufgaben mittels KI.
Wissenschaftliche Perspektiven und Verantwortung
Prof. Dr. Marina Tropmann-Frick (HAW Hamburg) gab einen wissenschaftlichen Überblick zum Thema „(Ir)responsible AI“. Sie zeigte auf, wie sich Modelle Künstlicher Intelligenz anhand eines „Responsibility Scores“ bewerten lassen. Dies könnte zukünftig wichtig werden, wenn Unternehmen und Institutionen KIs verantwortungsbewusst einsetzen wollen. Mit einem von der HAW entwickelten System lassen sich Kriterien wie Fairness, Datensicherheit, Robustheit gegenüber Manipulation und Nachvollziehbarkeit bereits messen. Gerade Letzteres gestaltet sich jedoch zunehmend schwierig, da die immer leistungsfähigeren Modelle auch immer komplexer werden und sich somit zur Blackbox für Wissenschaft und Anwender entwickeln.
Offener Austausch und gemeinsames Lernen
Besonders erfrischend war die Atmosphäre der Veranstaltung, trotz hochsommerlicher Temperaturen: offen, neugierig und geprägt von dem gemeinsamen Wunsch, voneinander zu lernen. Und auch die kommenden Veranstaltungen versprechen spannende Einblick in der Welt der KI. So geht es vor der Sommerpause bereits Anfang Juli mit dem Thema KI-Agenten bei Tchibo weiter.