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Katastrophenschutz auf der Elbe

WSP1 trainiert den Ernstfall – und zeigt, was im Team steckt

Wenn der Wind auffrischt, der Pegel steigt und die Elbe ihre ruhige Seite verlässt, ist klar: Jetzt zählt jede Minute – und vor allem jedes eingespielte Team. Genau dafür hat die Wasserschutzpolizei Hamburg vergangenen Woche wieder den Ernstfall geprobt.

Bei einer der vier jährlichen Katastrophenschutzboot-Übungen stand diesmal alles im Zeichen von Hochwasser, Sturm und Teamwork. Kurz gesagt: Bedingungen, bei denen man froh ist, wenn im Einsatz jeder Handgriff sitzt.

Übungslage mit ordentlich Wasser unterm Kiel

Das Szenario hatte es in sich: Dauerregen, kräftiger Westwind und eine Elbe, die über die Ufer tritt. Besonders betroffen – die Elbinsel Lühesand, die in der Übung fast vollständig unter Wasser stand. Die Annahme: Vermisste Personen im überschwemmten Gebiet.

Also hieß es für den Katastrophenschutzbootzug: raus aufs Wasser, Lage checken, suchen, retten.

Dass solche Einsätze nicht erst im Ernstfall „erfunden“ werden müssen, zeigt ein Blick in den Alarmkalender „Hochwasser“. Dort sind die Abläufe klar geregelt – von vorbereitenden Maßnahmen bis hin zur Alarmierung des Katastrophenschutzbootzuges ab Wasserstandsstufe 4. Ein klarer Rahmen also, der im Einsatzfall Orientierung gibt – und in Übungen wie dieser mit Leben gefüllt wird.

Vom Trailer ins Wasser – und direkt in den Einsatz

Gestartet wurde im Rüschkanal in Finkenwerder. Dort wurden die Boote geslippt – natürlich erst, nachdem Technik und Material auf Herz und Nieren geprüft worden waren.

Dann ging’s los Richtung Lühesand. Vor Ort wartete gleich die erste Herausforderung: eine koordinierte Personensuche auf dem Wasser. Mit dem Einsatzkonzept „OSC-River“ wurde das Zusammenspiel der Boote trainiert – präzise, abgestimmt und mit dem Ziel, im Ernstfall keine Zeit zu verlieren.

Wenn’s unwegsam wird, wird’s spannend

Nach der Suche auf dem Wasser folgte der nächste Teil: Anlanden auf der Südseite der Insel. Klingt simpel – war es aber nicht.

Unwegsames Gelände, matschiger Untergrund und jede Menge Hindernisse machten die anschließende Absuche an Land zu einer echten Herausforderung. Genau die Art von Situation, auf die es im Ernstfall ankommt.

Teamarbeit, Technik und Timing

Nach erfolgreicher Absuche ging es zurück Richtung Stadtgebiet – inklusive sauberem „Rausslippen“ der Boote. Auch das gehört dazu: Denn ein Einsatz endet nicht auf dem Wasser, sondern erst, wenn alles wieder einsatzbereit ist.

Insgesamt waren 34 Kolleginnen und Kollegen beteiligt, unterstützt von sieben Katastrophenschutzbooten. Eine starke Mannschaft, die gezeigt hat, wie wichtig regelmäßiges Training ist – gerade in der Sturmflutsaison.

Üben für den Ernstfall

Solche Übungen sind kein Selbstzweck. Sie sorgen dafür, dass der Katastrophenschutzbootzug jederzeit einsatzbereit ist – egal, ob bei Hochwasser, Sturm oder anderen Großlagen.

Oder anders gesagt: Wenn Hamburg nasse Füße bekommt, ist auf die WSP Verlass.

 

Katharina Dehn, PÖA 2