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Jahresempfang 2026

Zwischen Rückblick, Aufbruch und einem ganz besonderen Moment

Der Jahresempfang der Polizei Hamburg und des Polizeivereins Hamburg e.V. ist mehr als ein fester Termin im Kalender – er ist ein Spiegel dessen, was diese Organisation ausmacht: Professionalität, Zusammenhalt und eine tiefe Verbundenheit mit der Stadt. Auch in diesem Jahr wurde das einmal mehr eindrucksvoll deutlich.

Polizeipräsident Falk Schnabel begrüßte heute die Gäste mit gewohnt klaren Worten und übergab anschließend an den neuen Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Für Sebastian Born war es eine Premiere — und wie er selbst sagte, hätte es „einen schöneren Auftakt in dieses Amt kaum geben können“.

 

Ein Jahr voller Herausforderungen

In den anschließenden Gesprächen mit dem Chef des LKA Jan Hieber, dem Leiter der Schutzpolizei Timo Zill, unserem Senator für Inneres und Sport Andy Grote und PL Falk Schnabel wurde schnell deutlich, wie intensiv das vergangene Jahr für die Polizei Hamburg gewesen ist. Große Einsatzlagen wie der Messerangriff am Hauptbahnhof oder die komplexen Ermittlungen im Fall „White Tiger“ standen exemplarisch für die Bandbreite polizeilicher Arbeit in der Hansestadt. Es waren Ereignisse, die forderten – fachlich wie menschlich. Und zugleich solche, die eindrucksvoll zeigten, mit welcher Professionalität, Besonnenheit und Entschlossenheit die Kolleginnen und Kollegen ihren Dienst versehen.

Die filmischen Rückblicke machten diese Eindrücke greifbar. Sie zeigten nicht nur Einsätze und Schlagzeilen, sondern vor allem die Menschen dahinter – diejenigen, die tagtäglich Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und Sicherheit gewährleisten.

 

Technik, Taktik und neue Perspektiven

Dass sich Polizeiarbeit stetig weiterentwickelt, wurde im Gespräch mit der Leitung von Schutzpolizei und Landeskriminalamt deutlich. Moderne Drohnentechnik, neue Ansätze in der Drohnenabwehr und der Blick auf gesellschaftliche Stabilität sind nur einige der Themen, die die Arbeit prägen.

Gleichzeitig befindet sich auch die Kriminalpolizei im Wandel: digitale Prozesse, neue Organisationsstrukturen und ein erweitertes Verständnis von Gefahrenabwehr verändern die tägliche Arbeit nachhaltig. Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf klassische Kriminalitätsbekämpfung, sondern zunehmend auch auf präventive Ansätze – ein Paradigmenwechsel, der die Polizei Hamburg zukunftsfähig aufstellt.

 

Hamburg kann Großlagen – und denkt weiter

Ein weiterer Schwerpunkt der Gesprächsrunde lag auf Großveranstaltungen und deren sicherheitspolitischen Dimensionen. Ob Fußball-Derbys oder Aufstiegsfeiern – Hamburg hat im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass komplexe Einsatzlagen professionell bewältigt werden können.

In der Unterhaltung mit dem Senator für Inneres und Sport, Andy Grote, und dem Polizeipräsidenten wurde deutlich, dass diese Erfahrungen weit über den Moment hinausreichen. Themen wie die Zusammenarbeit mit großen Sportverbänden oder die Perspektive möglicher Olympischer Spiele zeigen: Die Polizei Hamburg denkt weiter – strategisch, vernetzt und mit Blick auf kommende Herausforderungen.

 

Ein Gänsehautmoment

Mitten in all den Gesprächen, Analysen und Ausblicken gönnte sich die Veranstaltung einen besonderen Programmpunkt. Der Polizeichor Hamburg von 1901 e.V. sorgte mit seinem Auftritt für eine klangvolle Zäsur – und für spürbare Gänsehautmomente in der Halle.

 

Ehre, wem Ehre gebührt.

Dass gerade dieser Chor sein Können zum Besten gab, war dabei alles andere als zufällig: Mit der Ernennung des neuen Ehrenkommissars wurde zugleich der langjährige Vorsitzende und das Herz des Polizeichors gewürdigt. Sein Wirken ist untrennbar mit dem Ensemble verbunden, das seit 1901 ein fester Bestandteil der Polizei Hamburg ist – und nun vor seinem Abschied steht. Mit der bevorstehenden Auflösung des Chors endet nicht nur eine über ein Jahrhundert währende musikalische Tradition, sondern auch eine prägende Ära – die Ära Gerhard Dammann.

Der emotionale Höhepunkt der Veranstaltung folgte im Anschluss: die Ernennung des neuen Ehrenkommissars. Mit Gerhard Dammann wurde eine Persönlichkeit ausgezeichnet, deren Lebensweg auf beeindruckende Weise Engagement, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung verbindet.

Geboren in Braunschweig, führte ihn sein Weg über den Schuldienst bis in leitende Funktionen im Hamburger Bildungswesen. Doch damit nicht genug: Früh setzte er sich für Präventionsarbeit in enger Zusammenarbeit mit der Polizei ein – lange bevor solche Programme flächendeckend etabliert waren.

Seine zweite große Leidenschaft gehört der Musik. Seit 1989 ist er Mitglied im Polizeichor Hamburg, später auch dessen Vorsitzender. Unter seiner Mitwirkung wurde der Chor nicht nur organisatorisch gestärkt, sondern auch international sichtbar – etwa durch Konzertreisen in die USA oder durch zahlreiche Kooperationen, unter anderem mit dem Polizeiorchester Hamburg.

Dammann steht damit beispielhaft für das, was Ehrenkommissare auszeichnet: Eine tiefe Verbundenheit mit der Polizei, getragen von persönlichem Engagement und dem Wunsch, Brücken zu bauen – zwischen Institutionen, Kulturen und Menschen.

Sichtlich bewegt nahm er die Ernennung entgegen. Ein Moment, der nicht nur ihm galt, sondern auch all jenen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben – nicht zuletzt seiner Familie, der ausdrücklich gedankt wurde.



Katharina Dehn, PÖA 2