Historie

Die Geschichte des Polizeiorchesters Hamburg

Historie

Die Wurzeln des Hamburger Polizeiorchesters lassen sich bis 1894 zurückverfolgen. In diesem Jahr beginnen musikbegeisterte Polizeibeamte, ehemalige Militärmusiker, zu proben und öffentlich zu musizieren. Das Orchester erhält den Namen "Kapelle der Schutzmannschaft Hamburg" und besteht aus 25 Musikern. Schon damals sah das Orchester seine Aufgabe darin, eine Verbindung zwischen Polizei und Bürgern herzustellen. Es spielte bei öffentlichen Veranstaltungen, zum Beispiel bei Gartenkonzerten und bei Beerdigungen von Polizeikameraden. Die Bevölkerung schätzte die Musiker wegen exakt gespielter Blasmusik und wegen ihres schneidigen Auftretens in Uniform.

Symbolbild Historie


Während der beiden Weltkriege wurde das Orchester immer wieder umstrukturiert und umbenannt und hatte zwischenzeitlich auch andere Aufgaben zu leisten.

Mit dem Sieg der Alliierten über Hitler-Deutschland am 8. Mai 1945 beginnt für das Musikkorps eine Phase großer Unsicherheit. In der unmittelbaren Nachkriegszeit war für die Öffentlichkeit die Existenz eines großen Orchesters ein Luxus, den man sich in einer Zeit extremer Not nicht leisten dürfe. Dennoch gelang es, das Musikkorps zu erhalten. Bruno Georges, der Chef der Hamburger Polizei, findet Mittel und Wege, die zuständigen Stellen von der Bedeutung des Orchesters zu überzeugen.

Die positive Resonanz der ersten öffentlichen Auftritte seit Kriegsende bestätigt eindrucksvoll die Fürsprecher des Orchesters. Anlässlich der Hochzeit im englischen Königshaus am 20. November 1947 veranstalten die britischen Streitkräfte in Hamburg eine große Parade. Die Beamten des Polizeiorchesters fühlen sich sehr geehrt, als sie mit der musikalischen Begleitung dieser Veranstaltung beauftragt werden.

1949, im Gründungsjahr der Bundesrepublik, hat das Orchester 210 Auftritte, darunter bei vielen Grundsteinlegungen, Richtfesten und Einweihungen.

Musikalische Highlights wechseln sich mit Polizeiaufgaben und Tätigkeiten zum Wohle der Bevölkerung ab. Die Polizeibeamten werden aufgrund der Terroranschläge der Baader/Meinhof-Gruppe zur Bewachung von Objekten und Personen eingesetzt. Von August bis Dezember 1975 übernehmen die jetzt wieder musizierenden Polizisten die Wache beim Terroristenprozess Müller/Möller in Hamburg.

Dr. Kristine Kresge setzt 1992 die Modernisierung des Musikkorps intensiv fort. Erneut ändert sich der Name des Musikkorps; es heißt jetzt nicht mehr "Musikkorps der Polizei" sondern "Polizeiorchester Hamburg". Es beginnt ein für die kommenden Jahre fortschreitender Modernisierungsprozess. Vor allem in musikalischer Hinsicht entwickelt sich das Orchester unter der sympathischen Leitung von Kristine Kresge zu einem modernen Klangkörper. Spektakuläre Auftritte hatte das Orchester u.a. im NDR mit vielen Größen der Musik- und Showszene wie z.B. Harald Juhnke, Paul Kuhn, Heidi Kabel, Freddy Quinn, Bill Ramsey, David Garret oder auch Vicky Leandros und Jonny Logan, zu dem internationale Jazzgrößen wie Prof. Jiggs Whigham oder Ack van Rooyen u.v.a.

Seit einigen Jahren hat das Orchester eine neue Heimat in Hamburg-Alsterdorf auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei. Hier probt und arbeitet das Orchester in hochmodernen Räumlichkeiten, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen.

Ein weiterer, vorläufiger Höhepunkt war der erste Auftritt des Orchesters anlässlich seines 125-jährigen Jubiläums in der Elbphilharmonie Ende April 2019.

Während der Corona-Pandemie 2020/2021 unterstützt das Orchester die Arbeit der Hamburger Gesundheitsämter.

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