Häusliche Gewalt-Beziehungsgewalt

"Wer schlägt, muss gehen!"

Häusliche Gewalt-Beziehungsgewalt


Gewalt in der Partnerschaft ist weder Privatsache noch ein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat!  "Wer schlägt, muss gehen" lautet daher die eindeutige Botschaft. Der Tatort ist oft der Raum, der Geborgenheit und Sicherheit gewährleisten soll: das Zuhause.

Was können Opfer tun?

Opfer und Zeugen von häuslichen Gewalttaten sollten sofort – bei Tag und Nacht – über den Notruf 110 (Telefon und Fax) die Polizei verständigen. Sie können auch rund um die Uhr bei jeder Polizeiwache oder der Onlinewache der Polizei Hamburg Anzeige erstatten.

Die Polizei hat viele rechtliche Möglichkeiten, gegen die gewalttätige Person vorzugehen: sie kann zum Beispiel eine Gefährderansprache durchführen und einen Platzverweis erteilen.

Je nach Einzelfall kann die Polizei die gewalttätige Person aus der Wohnung verweisen und ihr das Betreten der Wohnung für zunächst zehn Tage untersagen. Ein solches Rückkehrverbot verlängert sich sogar noch, wenn die verletzte Person in dieser Zeit bei einem der Hamburger Familiengerichte die Überlassung der gemeinsamen Wohnung nach dem Gewaltschutzgesetz beantragen. Daneben kann die Polizei auch ein Kontakt- und Näherungsverbot aussprechen. Das bedeutet, dass der gewalttätigen Person untersagt wird, Verbindung zur verletzten Person aufzunehmen - auch z.B. unter Verwendung von Telefon und Internet - und Zusammentreffen herbeizuführen.

Bei den 8 Hamburger Familiengerichten können zivilrechtliche Schutzanordnungen nach dem Gewaltschutzgesetz beantragt werden.
Als Schutzmaßnahmen gegen den Täter kommen z. B. folgende Verbote in Betracht, die dann als Schutzanordnung erlassen werden würden:

  • die Wohnung der verletzten Person zu betreten,
  • sich der Wohnung der verletzten Person bis auf einen vom Gericht festzusetzenden Umkreis zu nähern,
  • sich an Orten aufzuhalten, an denen sich die verletzte Person regelmäßig aufhält (dazu gehören der Arbeitsplatz, der Kindergarten oder die Schule der Kinder der verletzten Person, aber auch Freizeiteinrichtungen, die die verletzte Person nutzt),
  • Kontakt zur verletzten Person aufzunehmen (dies gilt für alle Arten des Kontakts, sei es über Telefon, Telefax, Briefe oder E-Mails),
  • Zusammentreffen mit der verletzten Person herbeizuführen (sollte es dennoch dazu kommen, hat sich der Täter umgehend zu entfernen).

Die Aufzählung ist nicht abschließend; je nach Einzelfall können auch andere Maßnahmen beantragt und als Schutzanordnung angeordnet werden. Darüber hinaus kann von der verletzten Person beim Familiengericht die alleinige Zuweisung der gemeinschaftlichen Wohnung beantragt werden.