Polizei Hamburg

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Führung in unsicheren Zeiten: Gesellschaftliche Stabilität als polizeiliche Aufgabe – Community Policing als strategischer Baustein

Am 10.12.2025 fand das erste praxisorientiertes Seminar zum Thema Community Policing des IDDF statt, bei dem Führungskräfte aus der Polizei (gD) die Gelegenheit hatten, sich intensiv mit den Prinzipien und Methoden der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Communities aus der Hamburger Zivilgesellschaft auseinanderzusetzen. Dieses Seminar steht in Verbindung zu zwei anderen Seminaren der sog. Führungsgrundlagen zum Thema „Demokratische Resilienz“. Es handelt sich um die Module „Gefahren für die Demokratie“ und „Diversität, Antidiskriminierung, Rassismus“. Ziel des Seminars ist es, konkrete Ansätze und Strategien zu vermitteln, die die Handlungssicherheit im Umgang mit marginalisierten Bevölkerungsgruppen nachhaltig stärken. Referierende sind Özlem Nas (Antirassismustrainerin, Erziehungswissenschaftlerin und stellv. Vorsitzende der Schura Hamburg), Alexander Klinnert (Leiter PK46), Annelie Molapisi (Kriminologin, FOSPOL), Dr. Miltiadis Zermpoulis (Kulturanthropologe und stellv. Leitung IDDF), Michel Hündür (Community Policing IDDF).

Das Seminar umfasst mehrere thematisch aufeinander abgestimmte Module. Zunächst wurde eine Einführung in die Grundlagen und Prinzipien des Community Policing gegeben, um die Teilnehmenden mit den wesentlichen Konzepten vertraut zu machen. Im nächsten Schritt hatten die Führungskräfte die Möglichkeit, ihre eigene Führungsarbeit mit Fokus auf Community Policing zu reflektieren und zu hinterfragen, wie sie dieses Modell in ihren eigenen Arbeitsalltag integrieren können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil war die Netzwerkarbeit mit Communities, bei der die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen, Religionsgemeinden und anderen gesellschaftlichen Gruppen thematisiert wurde. Hier ging es darum, wie Polizei und Communities gemeinsam eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aufbauen können.

Ein zentrales Thema des Seminars war auch die Kommunikation und das Konfliktmanagement in der Polizeiarbeit, insbesondere im interkulturellen Kontext. Führungskräfte lernten praxisorientierte Methoden, um durch gezielte Kommunikation Vertrauen zu schaffen und Konflikte zu entschärfen. Der Umgang mit kulturellen Unterschieden wurde dabei als wesentlicher Faktor für den Erfolg von Community Policing hervorgehoben. Zudem wurden Strategien zur Förderung von Vertrauen und Zusammenarbeit im transkulturellen Kontext entwickelt, die in einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind. Best-Practice-Beispiele aus der Praxis in Europa und Deutschland veranschaulichten, wie Community Policing erfolgreich umgesetzt werden kann und welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind.

Ein Höhepunkt des Seminars war das World Café, bei dem die Teilnehmenden in kleinen Gruppen intensiv über das Thema gesellschaftliche Stabilität diskutierten. In einem einführenden Vortrag wurden die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, insbesondere im Kontext von Polykrisen und gesellschaftlicher Fragmentierung, thematisiert. Die Teilnehmenden reflektierten, wie wichtig Vertrauen und Sicherheit für stabile Gesellschaften sind und nahmen aktiv an einer Selbst- und Fremdwahrnehmungsübung teil, die das Bewusstsein für die eigene Rolle in der Gesellschaft schärfte.

Im weiteren Verlauf wurden die Hintergründe und Prinzipien von Community Policing vertieft und der Unterschied zu anderen polizeilichen Ansätzen wie „bürgernahen Beamt*innen“ und „Minority Policing“ herausgearbeitet. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Senatsstrategie Hamburg 2030+, die als strategischer Rahmen für eine zukunftsorientierte und integrative Polizeiarbeit dient. In diesem Strategiekonzept ist gesellschaftliche Stabilität ein wichtiges Handlungsfeld.

In diesem Kontext wurde auch das Community Mapping thematisiert, bei dem die Teilnehmenden ihre Kenntnisse über lokale Communities und deren Bedürfnisse vertieften. Dabei wurde ebenfalls die Rolle des IDDF im Rahmen des Community Policing erörtert und anhand von Fallbeispielen dargestellt.

Am Ende des Seminars stellte PD Alexander Klinnert (Leitung PK46) einige laufende Projekte innerhalb seines Kommissariats vor, die die praktische Umsetzung von Community Policing verdeutlichten. Diese Projekte zeigen, wie durch enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und lokalen Gemeinschaften positive Veränderungen erzielt werden können.

Das Seminar schloss mit einer Abschlussrunde, in der die Teilnehmenden ihre Eindrücke und Erkenntnisse teilten. Es wurde deutlich, dass die Führungskräfte mit einem erweiterten Verständnis für die Herausforderungen und Chancen von Community Policing aus dem Seminar gingen und mit neuen Impulsen in ihre Praxis zurückkehren konnten.