Call-Center-Betrug - Falsche Polizeibeamte

Mit dieser miesen Masche verdienen Betrüger jährlich mehrere Millionen Euro.

Call-Center-Betrug - Falsche Polizeibeamte

 

Durch Telefonbetrüger laufen ältere Bürger Gefahr, ihre gesamten Ersparnisse zu verlieren!  Machen Sie sich mit diesem Thema vertraut, um auf eventuelle Anrufe gedanklich vorbereitet zu sein und informieren Sie Ihr Umfeld. Auch diejenigen, die Opfer dieser Straftaten geworden sind, haben oft nicht gedacht, auf solch erfundene und abenteuerliche Geschichten hereinfallen zu können!

Woran erkenne ich die Variante “Callcenter-Betrug – Falsche Polizeibeamte“?

  • Die derzeit gängigste Masche des Telefonbetrugs ist, dass sich angebliche Polizeibeamte bei den potentiellen Opfern  melden. Sie erzählen eine Geschichte von festgenommenen Straftätern, bei denen eine Liste von geplanten Einbrüchen sichergestellt wurde. Auf dieser Liste würde auch der Name des Angerufenen stehen. Mit einer sehr geschickten Gesprächstaktik erfragt der „Polizeibeamte“ nun die Vermögensverhältnisse des Angerufenen. Sein Vermögen sei nicht mehr sicher. Er müsse die Ermittlungen der Polizei unterstützen.
  • Befindet sich das Vermögen (Bargeld/Wertgegenstände) zu Hause, müsse es nun zu Sicherungs- oder Überprüfungszwecken Polizeibeamten dieses Ermittlungsverfahrens übergeben werden.
  • Befindet sich das Vermögen auf der Bank (Konto/Schließfach), so eröffnet sich dem potentiellen Opfer eine perfide Geschichte: Der “Polizeibeamte“ erklärt nun, dass  Bankmitarbeiter, von der Hausbank des Angerufenen, Kontakt zu den Einbrechern hätten und mit ihnen „unter einer Decke stecken“ würden. Diese Bankmitarbeiter würden z.B. bei der Auszahlung von Geld  dieses in Falschgeld tauschen und das echte zurückbehalten.
  • Zur Ermittlungsunterstützung müsse der Angerufene eine hohe Summe Geld vom Konto abheben und/oder sein Schließfach zu Sicherungs- und Überprüfungszwecken leeren. Dann sei es unabdingbar, dieses Geld/diese Wertgegenstände der „Polizei“ zu übergeben - damit könnten die „Täter“ überführt werden.

Hierbei werden nicht nur die Bankmitarbeiter diskreditiert, sondern auch die örtliche Polizei. Diese sei angeblich korrupt und unterstütze das verbrecherische Handeln. Weder die örtliche Polizei, noch Verwandte und Freunde dürften informiert werden, um diese nicht in Gefahr zu bringen und um die Ermittlungen nicht zu gefährden. All diese Behauptungen sind falsch und dienen lediglich dazu, eventuell kritische Nachfragen bei den entsprechenden Stellen im Keim zu ersticken!

  • Als Höhepunkt soll das Vermögen nun übergeben werden. Entweder wird der Angerufene aufgefordert, dieses einem „Polizeibeamten“ zu übergeben, der von dem Anrufer geschickt wird oder er muss das Bargeld/die Wertgegenstände in einen Behälter am Grundstück oder an einem öffentlichen Ort zur Abholung bereit legen. Er würde sein Vermögen in Kürze zurückerhalten.

Um überzeugend zu wirken, werden diese Anrufe oft von folgenden Besonderheiten begleitet:
Call ID-Spoofing
Es ist den Tätern technisch möglich, die Anzeige im Telefondisplay so zu fälschen, dass echte Telefonnummern, z.B. die des Bundeskriminalamtes oder einer Polizeidienststelle angezeigt werden. Damit fühlt sich der Anrufer in seiner Rolle als Unterstützer der „Polizei“ sicher.

Internetdienste
Durch die Täter werden unterschiedliche Internetdienste (zum Beispiel Google Maps etc.) genutzt, um über das Wohnumfeld des Angerufenen genau Bescheid zu wissen und somit im Gespräch überzeugend zu wirken.

Geschickte Gesprächsführung
Die Angerufenen sprechen in den Telefonaten mit unterschiedlichsten Personen, wie z.B. angeblichen weiteren Ermittlern, Observationsleitern, Staatsanwälten etc., - teilweise auch mit sich echt anhörenden Hintergrundgeräuschen - um den Angerufenen immer tiefer in die Geschichte zu verstricken. All diese Personen gehören zu der Betrügerbande.

Die Falle mit der 110
Die Angerufenen werden zur Verifizierung der Echtheit der Anrufer aufgefordert, die 110 zu wählen. Man könne jedoch in der Leitung bleiben und entweder nach Wählen der #(Raute)-Taste oder nach Hören eines Freizeichens die 110 der Polizei wählen,  um somit in der Polizeieinsatzzentrale zu landen. Dies ist falsch! Richtig ist, dass man nur bei der echten Polizei landet, wenn man tatsächlich aufgelegt hat und dann erst die 110 wählt!

 

Wie kann man sich schützen?
Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit!

  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und lassen Sie sich Zeit, diese Anrufe zu überdenken! Kann diese abenteuerliche Geschichte stimmen?
  • Wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens – egal, welche Anweisungen Sie vom Anrufer erhalten haben!
  • Legen Sie auf! Wählen Sie dann erst die 110 (oder die Nummer Ihres Polizeikommissariats) und sprechen Sie mit der richtigen Polizei!
  • Die Täter suchen ihre potentiellen Opfer gezielt nach altmodisch klingenden Vornamen aus. Ändern Sie bitte Ihren Telefonbucheintrag und kürzen Ihren Vornamen ab, ggf. wechseln Sie zusätzlich Ihre Telefonnummer! 

 

Bedenken Sie:

  • Die Polizei erfragt keine Bankdaten wie Kontonummer, Kontostand oder Inhalt vom Schließfach! Auch fragt sie nicht nach Verstecken von Wertsachen und Geld bei Ihnen zu Hause.
  • Die Polizei setzt Sie niemals unter dem Vorwand, geheime Ermittlungen unterstützen zu müssen, unter Druck!
  • Die Polizei wird Sie niemals auffordern, Geld von der Bank abzuheben und Ihr Vermögen in Bargeld oder Wertsachen z.B. zur Übergabe vor dem Haus zu deponieren oder an einen vermeintlichen Polizisten zu übergeben!

 

Es gibt viele Varianten des Ablaufs von solchen Telefonanrufen. Eines vereint sich jedoch in allen Varianten: Die Anrufer haben es IMMER AUF IHR GELD abgesehen!


Sind Sie Opfer eines Call-Center-Betruges geworden, zeigen Sie dieses an! Weiterhin gibt es in Hamburg Opferhilfeeinrichtungen, an die sie sich zur Unterstützung wenden können.

 

Opferhilfeeinrichtungen in Hamburg

 

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