Ein Boot im Ruhestand findet neue Heimat
Viele Jahre leistete die WS 62 der Wasserschutzpolizei treue Dienste. Im Herbst 2023 legte sie schließlich den Anker und es hieß: „Ab in den wohlverdienten Ruhestand!“
Im Jahr 2008 war die schmucke Sonderanfertigung in den Dienst gestellt worden. Als „Tochterboot“ der WS 2 „Bürgermeister Weichmann“ war die WS 62 ein echter Alleskönner! Immer dann, wenn es an der Unterelbe zwischen dem Hamburger Hafen und Cuxhaven nötig war, konnte die WS 62 durch das Öffnen einer Klappe am hinteren Teil ihres „Mutterschiffs“ ins Wasser gelassen werden. Dank ihres geringen Tiefgangs und ihrer robusten Bauweise schaffte sie es, auch an den seichten Böschungen der Elbe problemlos anzulegen.
Doch die Elbe setzte der aus Aluminium hergestellten WS 62 nach Jahren des Dienstes zu – wie bei jedem anderen Wasserfahrzeug war die Unterseite vom Salzwasser schließlich stark angegriffen. Als dann auch noch der Motor streikte, war klar: Die WS 62 musste aus dem Verkehr gezogen werden.
Aber die Geschichte der WS 62 war noch lange nicht vorbei – im Gegenteil, ein spannendes neues Kapitel nahm seinen Anfang!
Nachdem Motor, Funkgerät und sämtliche Technik ausgebaut worden waren, wurde das Boot mit einer umfassenden Reinigung und Rundumerneuerung für die Ausstellung im Polizeimuseum Hamburg fit gemacht! Der Rumpf erstrahlte nach einer frischen Lackierung in neuem Glanz. Die Alukabine sowie der Oberbau wurden poliert und versiegelt, Polizei-Aufkleber wurden erneuert. Und der besondere Hingucker: Ein Monitor für Infofilme an der Außenwand.
Im April 2026 war es dann endlich so weit: In einer feierlichen Zeremonie wurde die WS 62 auf einem speziell angefertigten Sockel vor dem Polizeimuseum Hamburg begrüßt, wo sie von nun an ausgestellt wird.
Möglich wurde die Aufarbeitung der WS 62 erst durch den Polizeiverein Hamburg e. V. Dieser leistete dankenswerterweise großzügige finanzielle Unterstützung.
Ein würdiger Abschluss und Neustart zugleich!