Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

Im Präsidium der Polizei Hamburg wurde die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

Kriminalität in Hamburg sinkt im dritten Jahr in Folge spürbar

Kriminalstatistik 2018: So wenige Straftaten wie zuletzt Anfang der 80er Jahre / Wohnungseinbrüche seit 2016 halbiert / Aufklärungsquote steigt

Hamburgs Innensenator Andy Grote, Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und der Leiter des Landeskriminalamtes Frank-Martin Heise haben am 7. Februar 2019 die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2018 vorgestellt. Die Gesamtzahl der erfassten Delikte ging bereits im dritten Jahr in Folge deutlich zurück, 2018 um weitere 3,3 Prozent auf insgesamt 218.594 Taten. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote mit 45,8 Prozent (Vorjahr: 44,4 Prozent) auf ein Acht-Jahres-Hoch. Nicht nur das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden (Zahl der Taten je 100.000 Einwohner) ist so gering wie zuletzt 1980, auch die absolute Zahl der Straftaten sinkt auf den tiefsten Stand seit 37 Jahren.

Pressekonferenz Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

Historischer Tiefststand bei Wohnungseinbrüchen

Besondere Erfolge konnten bei der Bekämpfung von Diebstahlsdelikten erzielt werden. Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl ist im dritten Jahr in Folge erneut ein starker Rückgang zu verzeichnen. 2018 registrierte die Polizei insgesamt 4.601 Einbrüche und versuchte Einbrüche in Häuser und Wohnungen – 1.168 Taten (20,2 Prozent) weniger als im Vorjahr und 4.405 Fälle (48,9 Prozent) weniger als 2015, als noch 9.006 Wohnungseinbrüche gemeldet wurden. Damit ist ein historischer Tiefststand erreicht, die Fallzahlen sind so niedrig wie seit über 30 Jahren nicht. Allein in den vergangenen drei Jahren konnten die Zahlen durch intensive polizeiliche Maßnahmen nahezu halbiert werden. Darüber hinaus scheitern Einbrecher immer häufiger an gut gesicherten Fenstern und Türen. In 2.145 (46,6 Prozent) der insgesamt 4.601 Fälle schafften es die Täter nicht, in die Wohnräume einzudringen – ein gemeinsamer Erfolg von Bürgern und polizeilicher Präventionsarbeit.

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer:  „Die Halbierung der Einbruchszahlen in den letzten drei Jahren ist ein gigantischer Erfolg der Polizei Hamburg. Ohne die richtige Schwerpunktsetzung und die konsequente Fortführung bereits eingeleiteter Maßnahmen wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.“

Trotz steigender Kfz-Zulassungszahlen werden in Hamburg zudem immer weniger Autos aufgebrochen und gestohlen. So wurden 2018 insgesamt 1.766 Fahrzeuge entwendet, 342 weniger als 2017, was einem erheblichen Rückgang um 16,2 Prozent entspricht. Weiterhin hohe Priorität hatte 2018 auch die Bekämpfung des Taschendiebstahls. Hier ist die Fallzahl bereits im dritten Jahr deutlich rückläufig, 2018 beschleunigte sich der Rückgang auf 17,3 Prozent, so dass noch einmal 2.901 Fälle weniger als 2017 registriert wurden. Dank einer erfolgreichen Fahndungs- und Einsatzkonzeption kombiniert mit intensivem Präventionsaufwand gelang es der Polizei, auch die Fahrraddiebstähle weiter einzudämmen. Nachdem es bereits im Jahr 2017 einen starken Rückgang um 17 Prozent gegeben hatte, wurden 2018 noch einmal 788 (5,4 Prozent) Fahrräder weniger gestohlen als im Jahr zuvor.

Gewaltkriminalität geht weiter zurück – Raubtaten auf niedrigstem Stand seit Jahrzehnten

Auch die Gewaltkriminalität, die das Sicherheitsgefühl der Menschen stark beeinflusst, geht weiter zurück, 2018 um 2,2 Prozent auf 7.670 Taten. Besonders erfreulich entwickelten sich dabei die Raubdelikte, die auf den niedrigsten Stand seit 1981 fielen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte 2018 ein weiterer Rückgang um fast zehn Prozent auf 1.989 Taten festgestellt werden. Im 20-Jahres-Vergleich beträgt das Minus sogar über 63 Prozent.

Rund die Hälfte aller Raubdelikte ereignen sich auf Straßen, Wegen und Plätzen. Hier gehen die Fallzahlen seit mehr als fünf Jahren kontinuierlich zurück, zuletzt um 156 (13,7 Prozent) auf nunmehr 984 Taten. Polizeiliche Präsenzmaßnahmen, insbesondere im Innenstadt-Bereich, haben dabei nachhaltig Wirkung gezeigt.

Auch bei den Körperverletzungsdelikten konnte 2018 mit einem Rückgang um weitere 1,3 Prozent ein Fünf-Jahres-Tief erreicht werden. Dabei gingen die vorsätzlichen einfachen Körperverletzungen um 341 Taten (2,2 Prozent) zurück, während bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen 25 Taten (0,5 Prozent) mehr registriert wurden.

Die Zahl der vorsätzlichen Tötungsdelikte ist 2018 um 15 Fälle auf 59 Taten gesunken, darunter waren 20 Mordversuche und Morde (2017: 30) und 39 Totschlagsdelikte (2017: 44). Bei den Sexualdelikten, die 2018 um insgesamt 3,1 Prozent leicht angestiegen sind, dürfte sich die #metoo-Debatte positiv auf das Anzeigeverhalten ausgewirkt haben. So lagen knapp 40 Prozent der im Jahr 2018 angezeigten Taten zum Teil viele Jahre zurück. Offenbar fassen inzwischen mehr Opfer den Mut, auch zurückliegende Übergriffe der Polizei zu melden.

Downloads