Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

Im Präsidium der Polizei Hamburg wurde die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

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Polizeiliche Kriminalstatistik 2018

„Task Force“ intensiviert Kampf gegen Drogenszene – 30 Prozent mehr Haftbefehle

Neben der Bekämpfung des organisierten Handels und Schmuggels von Drogen stand auch im Jahr 2018 die Bekämpfung der öffentlich wahrnehmbaren Rauschgiftkriminalität weiter im Fokus der Polizei. Die seit 2016 eingesetzte „Task Force Drogen” setzte ihre Arbeit konsequent fort und konzentrierte sich dabei auf besonders betroffene Bereiche der Stadtteile St. Pauli, Sternschanze und St. Georg. Mit insgesamt 13.281 Fällen deckte die Polizei 2.695 Taten mehr auf als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Zuführungen ins Untersuchungsgefängnis um 33 Prozent von 309 auf 411, die Zahl der erlassenen Haftbefehle steigerte sich um über 30 Prozent von 272 auf 356. Die nochmals deutlich intensivierten Aktivitäten der Polizei, die Bündelung von Kräften und der weiter gesteigerte Kontrolldruck haben die Szene verunsichert und die öffentlich wahrnehmbare Drogenkriminalität spürbar zurückgedrängt. Um die positiven Effekte nachhaltig zu verstetigen, sollen die Maßnahmen der Task Force auch 2019 fortgesetzt werden.

Tatmittel Internet: Wachsender Onlinehandel birgt Risiken

Der Bereich der Betrugsdelikte bleibt auch in Hamburg eine Herausforderung, 2018 war ein leichter Anstieg um 1,9 Prozent zu verzeichnen. Viele der Taten stehen dabei in direktem Zusammenhang mit dem Internet, das sich zusehends zum bevorzugten Absatzraum für Konsumgüter entwickelt hat. Der Onlinehandel wies in den vergangenen Jahren enorme Wachstumsraten auf, allein 2018 lag das Umsatzplus bei rund 9 Milliarden Euro. In gleichem Maße wachsen auch die Risiken für Betrugsdelikte im Internet, häufig zulasten von Online-Versandhändlern. Die Polizei reagiert auf die gewachsenen Anforderungen mit einer verstärkten Präventionsarbeit sowie einer organisatorischen Neuaufstellung der Betrugssachbearbeitung.

Trend bei Jugendkriminalität weiter rückläufig

Die Jugendkriminalität ist 2018 im dritten Jahr in Folge zurückgegangen. Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren (TVu21) reduzierte sich voriges Jahr abermals um knapp zehn Prozent auf 13.298. Im Zehn-Jahres-Vergleich sank diese Zahl sogar um 22,2 Prozent. Dies ist umso erfreulicher, weil der Anteil der unter 21-jährigen Bevölkerung in den letzten zehn Jahren um 9,6 Prozent zugenommen hat. Im Bereich der Jugendgewaltkriminalität wurden 2018 insgesamt 1.825 junge Tatverdächtige ermittelt, 21 mehr als im Vorjahr, als ein historisch niedriger Stand erreicht wurde. Trotz des geringfügigen Anstiegs liegt der Anteil der unter 21-Jährigen an allen Tatverdächtigen bei Gewaltdelikten mit aktuell 28,7 Prozent immer noch auf dem zweitniedrigsten Wert seit 1988.

Bei den Tatverdächtigen mit Flüchtlingshintergrund ist 2018 ein leichter Anstieg um 398 auf 5.904 zu verzeichnen. Gegenüber 2016, dem Beginn der Erfassung, bleibt die Entwicklung rückläufig.

Hamburgs Innensenator Andy Grote: „Die Zahlen sind eine gute Nachricht für alle Hamburgerinnen und Hamburger. Wir leben in einer sicheren und immer sicherer werdenden Stadt. Dass die Zahlen das dritte Jahr in Folge zurückgehen und nun auch die Aufklärungsquote steigt, zeigt, dass wir es mit einer stabilen, nachhaltigen Entwicklung zu tun haben. Diesen bemerkenswerten Erfolg verdanken wir unseren Hamburger Polizistinnen und Polizisten, die mit ihrem täglichen unermüdlichen Einsatz dafür sorgen, dass wir alle unseren Alltag frei und ohne Angst leben können.“

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer: „Heute hat die Polizei Grund zur Freude. Das dritte Jahr in Folge sinkende Zahlen in vielen Kriminalitätsbereichen ist ein guter Lohn für unsere Anstrengungen. Gerade dort, wo die Menschen jeden Tag ganz unmittelbar von Kriminalität betroffen sein können, im Wohnumfeld oder im öffentlichen Raum, bei Einbruch, Diebstahl, Raub oder Körperverletzung, konnten besonders deutliche Rückgänge erreicht werden. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz ausdrücklich bei all meinen Kolleginnen und Kollegen für ihre unermüdliche und engagierte Arbeit und ihre besondere Einsatzbereitschaft bedanken.“

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