Das Lila Lied
Es gibt Abende, an denen Geschichten Raum bekommen, die lange verdrängt, verschwiegen oder vergessen wurden. Am Dienstag, den 27. Januar 2026, fand eine solche Veranstaltung im Hamburger Rathaus statt: die szenische Lesung „Das Lila Lied Geschichten der nationalsozialistischen Verfolgung in Hamburg“.
Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus stand dieser Abend ganz im Zeichen des Erinnerns. Das von Michael Batz erarbeitete Stück beleuchtete die Schicksale von Menschen, die während der NS-Zeit aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung verfolgt wurden.
Michael Batz, Autor, Regisseur und Kurator zahlreicher künstlerischer Projekte im öffentlichen Raum, setzt sich seit vielen Jahren mit Formen des Erinnerns und der Sichtbarmachung verdrängter Geschichte auseinander, insbesondere in Hamburg und mit Licht als künstlerisches Werkzeug. Er ist ebenso ein Kooperationspartner des IDDF und Gründungsmitglied des jüdischen Kulturnetzwerks MIT2WO. Als Referent ist er an unserer Akademie tätig und begleitet verschiedene Projekte des IDDF wissenschaftlich. Mit großer Sensibilität und historischer Tiefe erarbeitete er auch „Das Lila Lied“, um verfolgten Menschen eine Stimme zu geben.
Die szenische Lesung fand im Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg statt.
„Das Lila Lied“ war ein gemeinsames Innehalten, ein Erinnern an Menschen aller Geschlechter, deren Stimmen lange zum Schweigen gebracht worden waren, und ein klares Zeichen dafür, dass ihre Geschichten nicht verloren gehen dürfen.
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