Polizei Hamburg

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Chanukka-Veranstaltung 2025: Ein Abend des Lichts und des Friedens

Am Samstag, 20. Dezember 2025, fand im Stavenhagenhaus eine ganz besondere Feier statt: unter dem Motto „Chanukka – Das Licht des Friedensdialogs“ feierten wir als IDDF gemeinsam mit der Jüdischen Union (Link) das jüdische Lichterfest. Die Hamburger Jüdische Union e.V. ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein in Hamburg, der jüdisches Leben stärkt, kulturelle und bildende Angebote organisiert, jüdische Sichtbarkeit fördert und aktiv gegen Antisemitismus sowie für interkulturellen und interreligiösen Dialog eintritt. Der Abend, der durch die großzügige Förderung der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg ermöglicht wurde, bot nicht nur eine festliche Atmosphäre, sondern auch tiefgehende Momente des Nachdenkens und des Dialogs. 

Chanukka ist nicht nur ein Fest des Lichts, sondern auch ein Fest des Widerstands und der Hoffnung. Es erinnert uns an das historische Wunder, als im Jahr 164 v. Chr. das Öl im wiedergeweihten Tempel in Jerusalem für acht Tage brannte – obwohl nur genug für einen Tag vorhanden war. Dieses Wunder ist nicht nur ein Symbol für göttliches Eingreifen, sondern auch für die Fähigkeit, Hoffnung inmitten von Dunkelheit zu finden. In einer Welt, die immer noch von Konflikten und Ungerechtigkeit geprägt ist, ruft uns Chanukka dazu auf, das Licht des Friedens in die Welt zu tragen. Interessant ist auch die Verbindung dieses Festes zu anderen ähnlichen Traditionen wie Weihnachten im Christentum und Yalda in der persischen Kultur. Zu den diversen Festtagen der Communities ist das IDDF regelmäßig eingeladen und darf an besonderen Zeremonien bzw. Feierlichkeiten teilnehmen. Chanukka, Weihnachten und Yalda teilen die gemeinsame Symbolik des Lichts in der Dunkelheit und der Feier der Hoffnung und Erneuerung. Chanukka feiert das Wunder des Öllichts im jüdischen Tempel und wird mit dem Anzünden von Kerzen begangen. Weihnachten markiert die Geburt Jesu Christi, der als „Licht der Welt“ verehrt wird, und wird ebenfalls mit Lichtern, Dekorationen und festlichen Zusammenkünften gefeiert. Yalda, das iranische Fest der Wintersonnenwende, feiert das Überwinden der längsten Nacht des Jahres und die Rückkehr des Lichts. Alle drei Feste fallen in die dunkle Winterzeit der nördlichen Hemisphäre und betonen den Zusammenhalt der Familie, das Teilen von Mahlzeiten und das Feiern der Gemeinschaft, während sie gleichzeitig die Erneuerung und das Licht als zentrale Symbole hervorheben.

Die Veranstaltung begann mit einer feierlichen Hawdala, die in diesem Jahr von dem talentierten Musiker Mark Kovnatskiy musikalisch begleitet wurde. Die Hawdala, das traditionelle Ritual zum Ende des Schabbats, leitete den Beginn der Chanukka-Feier ein und symbolisierte den Übergang von der Ruhe des Schabbats hin zu einer aktiven Woche.

Im Anschluss an dieses feierliche Ritual präsentierten Julia Appel (Sopran) und Vera Bogdanchikova (Klavier) ein beeindruckendes musikalisches Programm, das die Gäste in eine Welt der Harmonie und Besinnung entführte.

Die Veranstaltung war auch ein Raum für interkulturellen und interreligiösen Dialog, der insbesondere in Zeiten von wachsendem Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit von großer Bedeutung ist. Der Abend bot die Möglichkeit, über die Bedeutung von Verantwortung und Solidarität gegenüber Minderheiten in der heutigen Gesellschaft nachzudenken. Der Schutz der Rechte von Minderheiten ist ein zentraler Bestandteil einer funktionierten liberalen Demokratie, denn jede Einschränkung von Menschenrechten schadet der Demokratie als Staats-, Regierungs- und Lebensform. Ohne Erinnerung, so die Botschaft des Abends, gibt es keine Verantwortung – und ohne entschlossenes Handeln gegen Diskriminierung und Ausgrenzung keine gemeinsame Zukunft. Der Dialog, den wir an diesem Abend pflegten, war ein Schritt in diese Richtung: eine Aufforderung, uns aktiv für eine demokratische Gesellschaft einzusetzen, die auf Gerechtigkeit und Gleichberechtigung basiert.

Für uns alle war die Feier nicht nur ein Moment der Freude, sondern auch ein Aufruf zum Handeln: Wir dürfen das Licht des Friedens nicht nur an Chanukka entzünden, sondern es in unserem Alltag weitertragen.