Revier Blutbuche

Blutbuche

© Polizei Hamburg
Revier

Blutbuche

„Den für Recht und Freiheit im Dienste des Volkes gefallenen Beamten der Ordnungspolizei – das dankbare Hamburg“

Diese Worte stehen auf der Gedenkplatte, die die Ehrengrabstätte der Polizei Hamburg markiert. Seit über einem Jahrhundert ist es in Hamburg Tradition, hier an der Grabstätte Blutbuche der Polizeibeamten zu gedenken, die im Dienst für das Gemeinwohl ihr Leben verloren haben. Für Ehepartner, Familienangehörige, Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen ist dieser Ort ein Platz des Erinnerns und ehrenden Andenkens.

Das „Revier Blutbuche“, benannt nach dem markanten Baum in der Mitte der Anlage, gilt als das älteste Polizeigräberfeld Deutschlands. Bereits 1923 wurden hier erstmals Hamburger Polizisten beigesetzt, die bei einem gewalttätigen politischen Aufstand ums Leben kamen. Bis heute fanden 66 Polizisten im „Revier Blutbuche“ ihre letzte Ruhestätte.

Wir vergessen Euch nie!

Historie

Im Oktober 1923 versuchten kommunistische Gruppen in Hamburg einen Aufstand, um eine reichsweite Revolution auszulösen und die Herrschaft im Reich zu übernehmen. Die Hintergründe sind unklar, und der Aufstand widersprach einem Beschluss der KPD-Führung vom 21.10.1923.

Die Unruhen begannen in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober mit Straßen- und Eisenbahnblockaden. Geplant war, frühmorgens Polizeiwachen zu überfallen und deren Waffen zu erbeuten. Es gab Angriffe auf 24 Polizeidienststellen in Hamburg und Umgebung, wovon einige erfolgreich waren. Fast alle besetzten Wachen wurden am 23. Oktober zurückerobert, in Barmbek, Bramfeld und Schiffbek dauerten die Kämpfe jedoch bis zum 25. Oktober an. Neben der Hamburger Ordnungspolizei und Preußischen Polizei wurde auch die Landungsabteilung des Kreuzers „Hamburg“ eingesetzt. Die sozialdemokratische Vereinigung „Republik“ stellte 800 Personen zum Schutz des Freihafens.

Die erhoffte breite Streikbewegung zur Unterstützung des Aufstandes blieb aus. Bei den Auseinandersetzungen starben 17 Polizeibeamte, 24 Aufständische und 61 Zivilisten. 69 Polizeibeamte und über 250 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. 

Unter großer Beteiligung der Bevölkerung fand am 26. Oktober 1923 in der St. Michaelis Kirche eine Gedenkfeier für die gefallenen Polizisten statt, die anschließend auf dem Ohlsdorfer Friedhof am „Revier Blutbuche“ beigesetzt wurden. Seither ist dieser Ort eine zentrale Gedenkstätte für im Dienst ums Leben gekommenen Polizisten.

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Gedenkschrift

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© Olaf Matthes, Ortwin Pelc, Wachholtz Verlag

Die bedrohte Stadtrepublik HAMBURG 1923

Herausgegeben von Olaf Matthes und Ortwin Pelc

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© Polizei Hamburg

Polizeibeamte die im Revier „Blutbuche“ beigesetzt wurden

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