"Zukunft braucht Erinnerung"
Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag
Das Klarinetten-Ensemble des Polizeiorchesters Hamburg eröffnete unter der Leitung von Michael Meiners mit dem traditionellen Stück "Yankele" die Gedenkveranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages am vergangenen Dienstag. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt mit Kolleginnen und Kollegen sowie geladenen Gästen.
Nach der musikalischen Eröffnung und einer Gedenkminute begrüßte Dr. André Malick, stellvertretender Leiter der Akademie der Polizei Hamburg, die Anwesenden. In seiner Ansprache betonte auch Polizeipräsident Falk Schnabel die besondere Verantwortung der Polizei, sich der eigenen Geschichte zu stellen und Erinnerung wachzuhalten.
Eindrückliche Einblicke vermittelte der Historiker Dr. Andreas Strippel in seinem Vortrag "Zwischen Ordnung und Vernichtung — die Rolle der Polizei Hamburg im Nationalsozialismus". Seine Ausführungen machten deutlich, wie eng polizeiliches Handeln damals in das nationalsozialistische Unrechtssystem eingebunden war.
Besonders berührend war das Gespräch mit der 37-jährigen Maria Bostelmann. Als Urenkelin des Rapportführers Wilhelm Dreimann öffnete sie ihr persönliches Familienalbum und sprach offen über den "Nazi in meiner Familie" und über ihre, wie sie betonte, unsere gemeinsame Verantwortung heute. Ihre Worte machten klar: Erinnerung ist keine Frage der Vergangenheit, sondern eine Aufgabe der Gegenwart.
Musikalische Zwischenspiele mit Albinonis "Adagio" und Griegs "An der Wiege" gaben der Veranstaltung Raum zum Innehalten. Mit dem Schlusswort von Dr. André Malick endete eine Gedenkfeier, die nachwirkt und die Mahnung erneuert:
Nie wieder ist jetzt.
#NieWiederIstJetzt #WeRemember
Katharina Dehn PÖA 2